Gleichstellungsbüro
 Universitätsmedizin Leipzig

Glossar


Gleichstellung: Im Gegensatz zur juristisch definierten Gleichberechtigung meint Gleichstellung die aktiv im Alltag praktizierte Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, Behinderung, sexueller Orientierung, Herkunft. Zur Beseitigung existierender Ungleichheiten und zum Erreichen einer De-Facto-Gleichstellung sind zeitweilige Maßnahmen nicht als Diskriminierung anderer Gruppen zu betrachten. Dieses Vorgehen ist durch völkerrechtliche Abkommen legitimiert.

Diversity, Diversity Management: Seiner ursprünglichen Bedeutung als Gegenargument für Monokulturen entwachsen, meint D. im heutigen Verständnis die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Vielfalt. D.M., als Instrument der Personalpolitik, wird daher als Methode verstanden, die durch eine Vielfalt Lebensorientierungen, Normsystemen und Lebens- bzw. Berufserfahrung eine optimale Ressourcenausnutzung zur Folge hat.

(Quelle: BMFSFJ - Gleichstellung, letzter Zugriff: 13.10.2012)

Gender/Sex:
Im engl. wird unterschieden zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem sozialen Geschlecht (gender). Das biologische Geschlecht bezieht sich körperliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das soziale Geschlecht meint die im Laufe des Lebens durch Sozialisation, Zuschreibungen und strukturelle Bedingungen vermittelten, erworbenen und veränderbaren Verhaltensweisen, die typischerweise entweder eher „männlich" oder eher „weiblich" konnotiert sind. Ein „natürlicher" Zusammenhang zwischen biologischem und sozialem Geschlecht besteht nicht.
Gender bezieht sich auf soziale Rollenmuster, Verhalten und gesellschaftliche Zuschreibungen für "Frauen" und "Männer". Sex meint das biologische, natürliche Geschlecht. Im englischen Sprachgebrauch ergibt sich daher folgende Unterscheidung: "male" und "female" sind Sex-Kategorien, "masculine" and "feminine" sind Gender-Kategorien.

(Quelle: World Health Organization, letzter Zugriff: 13.10.2012)

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte: auch Zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte/Universitätsfrauen- oder -gleichstellungsbeauftragte

Von Hochschulen und Universitäten berufene Frauen oder Männer, die für die Umsetzung von Gender Mainstreaming verantwortlich sind.

Gender-Kompetenz: G.K. meint die Fähigkeit, stereotype Geschlechterbilder zu erkennen, sie zu reflektieren, um den sich daraus ergebenden benachteiligenden Strukturen im Sinne der Gleichstellung entgegen zu wirken. Dies erfordert sowohl Fach- als auch Methoden- und Sozialkompetenz.

Gender Mainstreaming: G.M. ist als rechtlich legitimierte Strategie handlungsleitend für die alltägliche, praktische Implementierung von gleichstellungsorientiertem Denken und Handeln in Organisationen.

(Quelle: www.genderkompetenz.info)

Viele Begriffe um Gender und Vielfalt (Diversity) finden sich, vorgestellt mit einfachen Anwendungsmöglichkeiten in der täglichen Sprache nicht nur im Hochschulkontext, in der Handlungsempfehlung der Koordinierungsstelle der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen mit dem Titel "Ausgesprochen vielfältig", die zu Beginn des Jahres 2017 erschien und hier (PDF 5,4 MB) nachzulesen ist.

Mentoring: Der Namensursprung liegt in der griechischen Mythologie:

In Homers Odysee ist Mentor ein Freund Odysseus, dem er während seiner Abwesenheit die Erziehung seines Sohnes Telemachos überträgt. Auch die Göttin Athene nahm gelegentlich die Gestalt Mentors an, um Telemachos als Berater und väterlicher Freund zur Seite zu stehen. (Homer.Ilias.Odyssee, in der Übersetzung von Voß, J.H., 2004)

Heutzutage als Instrument der Personalentwicklung und Karriereförderung verbreitet, bei der im Rahmen einer persönlichen Beratungsbeziehung ein Mentor seine Erfahrung an seinen Mentee weitergibt. (Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de, letzter Zugriff: 13.10.2011)

Glass ceiling: Das genuin männliche Wissenschaftssystem hat sich über die Jahrhunderte insoweit verfestigt, dass die systemimmanenten Barrieren für Frauen kaum mehr zu identifizieren sind. Diesen Umstand beschreibt im US-amerikanischen Sprachraum g.c., sprich eine transparente, nicht wahrnehmbare Decke, die Frauen ab einer gewissen Karrierestufe an einem weiteren Aufstieg hindert.

(Quelle: Wissenschaftskultur und Geschlechterordnung. Über die verborgenen Mechanismen männlicher Dominanz in der akademischen Welt, S. 34.)

leaky pipeline: Angelehnt an die Metapher einer tropfenden Leitung beschreibt der Begriff das Phänomen des zunehmenden Frauen-Schwunds in wissenschaftlichen Karriereverläufen.

(Quelle: Blome, E. et al.: Handbuch zur universitären Gleichstellungspolitik, VS, 2005, S. 44)

 
Letzte Änderung: 16.02.2017, 18:34 Uhr
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